Kosten für Arbeitsecke nicht abzugsfähig

Der Begriff des häuslichen Arbeitszimmers setzt voraus, dass der betreffende Raum ausschließlich oder nahezu ausschließlich für betriebliche/berufliche Zwecke genutzt wird. Die Aufwendungen für eine Arbeitsecke, können künftig nicht mehr als Betriebsausgaben / Werbungskosten berücksichtigt werden.

Nicht in jeder Familie besteht die (finanzielle) Möglichkeit, einen separaten Raum büromäßig und mustergültig als Arbeitszimmer vorzuhalten. Wenn daher in einem Wohnraum ein Arbeitsbereich geschaffen wird, der nachweislich regelmäßig mehrere Stunden wöchentlich beruflich genutzt wird, wie es z.B. im Rahmen einer Fortbildungsmaßnahme häufig der Fall ist, sollte ein anteiliger Abzug ermöglicht werden. Es dürfte zu erwarten sein, dass – trotz des nunmehr vorliegenden Beschlusses des Großen Senats – die weitere Entwicklung längerfristig in diese Richtung gehen wird, zumal auch innerhalb des BFH unterschiedliche Auffassungen vertreten werden. Aus diesem Grund empfehlen wir weiterhin die Aufwendungen für eine Arbeitsecke zum Ansatz zu bringen und die Steuerveranlagung durch Rechtsbehelf offen zu halten.

Quelle: BFH Beschluss vom 27.07.2015 – GS 1/14

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